Freitag, 6. April 2012

Semesterbeginn

Anders leben hier und heute? Warum dieses Seminar? In der Vorstellungsrunde habe ich den Eindruck, dass bei vielen zur allgemeinen Neugier der Wunsch kommt, sich für das eigene Leben anregen zu lassen und sich Alternativen zu erschließen. Anders leben ist ein weites Feld, das kann vieles, alles sein. Sieben Schwerpunkte kristallisieren sich heraus: anders wohnen, anders essen, anders wirtschaften, anders gärtnern, anders miteinander, andere Kunst, andere Medien. Gruppen bilden sich, die meisten finden sich bei anders wohnen, aber niemand nimmt andere Energie. Wundert mich. Vielleicht hat man bei diesem Thema das Gefühl, alleine nichts verändern zu können, nicht unmittelbar anfangen zu können? Zu groß für das eigene Leben?

Bald wird klar, dass die Themen ausufern und sich auch untereinander nicht einfach abgrenzen lassen. Der Biohof mit der Kuhaktie wirtschaftet anders, gehört aber auch zur anderen Ernährung. In manchen Wohnprojekten leben Alt und Jung anders miteinander, in interkulturellen Gärten treffen sich Einheimische mit MigrantInnen. ...

Es ist gar nicht so einfach, Utopien für die einzelnen Bereiche zu entwickeln, über das Gegebene hinauszudenken, anders zu denken. Schnell kommen die realen Einschränkungen wieder ins Spiel. Kann man wirklich ohne Geld leben? Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Streetart statt traditioneller Kunstformen! Aber wovon leben die Streetart-Künstler? „Vielleicht ist die Utopie, dass Kunst nicht mehr für Geld betrieben werden muss, dass es keinen Vermarktungszwang gibt.“ Werbung abschaffen! Eine Zeitung mit positiven Nachrichten! Vielfältige Wohnformen zulassen! Es muss Orte der Begegnung in der Nachbarschaft geben! Ernährung ohne Schaden für Mensch und Tier!

In den nächsten Wochen werden wir erforschen, welche konkreten Ansätze es in Hamburg schon gibt. Ich bin neugierig.

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