Montag, 18. Juni 2012

10 Gründe vegan zu werden


1. Intensivtierhaltung
Die Intensivtierhaltung der modernen Landwirtschaft strebt danach, eine maximale Menge an Fleisch, aber auch an Milch und Eiern so schnell und billig wie möglich zu produzieren, und das bei minimaler Platzanforderung. Kühe, Kälber, Hühner und andere Tiere werden in kleinen Käfigen oder Ställen gehalten, oft so beengt, dass sie sich nicht einmal umdrehen können.

2.Tiertransporte
In den seltensten Fällen werden Tiere dort aufgezogen, wo sie geboren, oder dort geschlachtet, wo sie aufgezogen werden. In der modernen Intensivhaltung sind auch lebende Tiere nichts weiter als Ware - und so werden sie gehalten und so werden sie auch transportiert: zusammengepfercht, übereinandergestapelt auf engstem Raum, fahren Millionen von Tieren mitunter tagelang, auch über die Grenzen der EU hinaus, auf den Ladeflächen von LKW, Schiffen oder anderen Transportmitteln, oft ohne Futter oder Wasser.

3. Küken sexen
Küken sexen - Dahinter verbirgt sich nämlich die gängige Praxis Küken, die zum Eier legen gezüchtet werden, nach ihrem Geschlecht auszusortieren. In der Zucht für die Eierproduktion sind männliche Küken, ähnlich wie männliche Kälber in der Milchproduktion, ein unerwünschtes Nebenprodukt. Da es für die Fleischproduktion spezielle Züchtungen von Hühnern gibt, welche darauf angelegt sind, innerhalb kürzester Zeit besonders viel an Körpermasse zuzulegen, sind männliche Küken in der Legehennen Zucht unprofitabel und müssen selektiert werden.

4. Käse ist nicht vegetarisch
Für die Herstellung von Hart- und Schnittkäse wird als Gerinnungsmittel Lab benötigt; das ist ein Enzymgemisch, das aus den Mägen besonders jung geschlachteter Kälber gewonnen wird - besonders jung deshalb, da dieses Enzym eigentlich dafür da ist, dem Kalb bei der Verdauung der Muttermilch zu helfen und die Produktion des Labgemischs mit dem Heranwachsen abnimmt. Für gewöhnlich werden dafür männliche Kälber genommen - die "Nebenprodukte" der Milchindustrie. Da Kühe nur Milch geben, wenn sie geboren haben, müssen sie jährlich geschwängert werden. Die weiblichen Kälber finden großgezogen selbst profitable Verwendung als Milchkühe - die männlichen jedoch werden meist früh geschlachtet und landen als Kalbsfleisch auf den Tellern der Menschen, unabhängig davon ob Bestandteile ihres Magens für die Käseherstellung verwendet wurde oder nicht.

5. Umweltschutz
 17 Teller Nudeln aus dem Kühlschrank holen, 16 Teller davon in den Müll werfen und nur einen essen? Wenn ihr Fleisch oder Tierprodukte esst, passiert genau das: eine Verschwendung von Ressourcen und Verschmutzung der Umwelt in ganz großem Stil.

Fakt ist: Die Nutztierindustrie verursacht mit 18 % mehr Emissionen als der globale Verkehr: Sie trägt einen Anteil von 37% der globalen Methan Emissionen, 9% des Treibhausgases CO2 und 65% von Stickoxid - einem Gas das ein 300-fach größeres Potential zur globalen Erwärmung hat, als CO2.

Fakt ist: Ungefähr 70% des weltweiten Getreideanbaus geht in die Fütterung der Tiere in der Landwirtschaft.

Fakt ist: Jede Minute wird die Fläche von ungefähr sieben Fußballfeldern planiert, um mehr Raum für bewirtschaftete Tiere zu schaffen.

Fakt ist: Etwa 70% des amazonischen Regenwaldes sind zu bereits gerodet oder niedergebrannt worden, um Weidefläche für Tiere zu gewinnen.

Fakt ist: Ein Drittel aller fossilen Energien werden verwendet um Nutztiere zu züchten.

Fakt ist: 70% aller Trinkwasserressourcen gehen in die Landwirtschaft. Eine omnivore Ernährungsweise erfordert ungefähr 15.000 Liter täglich, eine vegetarische 4.500 Liter und eine vegane ca. 1.100 Liter.

Fakt ist: In den USA produzieren Nutztiere 130 Mal mehr Exkremente als die menschlichen Einwohner.

Fakt ist: Pestizide, Dünger und andere in der Landwirtschaft und Nutztierindustrie eingesetzte Mittel verschmutzen Grundwasser, Böden und die Luft.

Vegan leben ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz.
6.Welthunger
Je mehr tierische Produkte wir essen, desto weniger Menschen können wir ernähren. Der Grund ist genauso einfach wie dramatisch: Die Diskrepanz zwischen dem Wert an Energie, den wir in Getreideform an die Tiere verfüttern und dem Wert an Energie, den wir von den Tieren in Form von ihrem Fleisch und ihrer Produkte gewinnen, ist enorm.

So könnte man mit Sojabohnen, die auf einem Hektar Land (das ist die Fläche von etwa anderthalb Fußballfeldern) 5.000 Menschen ernähren, wenn die Sojabohnen direkt als menschliche Nahrungsmittel genutzt würden. Verfüttert man die Ernte dieser Fläche jedoch erst an Tiere, kann man von diesen Tieren nur noch 191 Menschen ernähren. Ungefähr kann man sagen, dass man für ein Kilogramm essbares Fleisch etwa 16 Kilogramm Getreide aufbringen muss.
7. Gesundheit
Grundsätzlich gilt, dass Veganerinnen und Veganer natürlich auf ihre Ernährung achten müssen - jedoch nicht mehr und nicht weniger als Fleischesser. Wenn man sieht, dass im gigantischen Markt für Nahrungsergänzungsmittel nur ein Bruchteil der Präparate vegan ist, wird schnell klar, dass Mangelerscheinungen bzw. die Vorbeugung davor mitnichten lediglich ein Thema für solche Ernährungsexoten wie Veganer sind.

In der Regel genügt es, auf einen halbwegs abwechslungsreichen Speiseplan zu achten - viel Gemüse und Obst, öfter mal Vollkornprodukte statt Weißmehl, ausreichend Bewegung und wenig Fett und Alkohol, und ihr seid gesundheitlich auf der sicheren Seite. Wenn ihr einen besonders stressigen Alltag oder ein unregelmäßiges Schlafverhalten habt, selten zum Kochen kommt und/oder Gemüse höchstens in Form von Tomatensauce auf der Pizza mögt, dann könnt ihr auf Präparate wie
Vegetar Plus oder ganz normale Vitaminbrausetabletten aus der Drogerie zurückgreifen - gerade im Winter oder zur Beruhigung überbesorgter Eltern vielleicht keine schlechte Idee.

8. Fische sind kein Essen
Die Welternährungsorganisation FAO hat die Schätzung aufgestellt, nach der über 70% des weltweiten Fischbestandes bereits abfischt sind. Anderen Berichten zufolge werden die Meere bis zum Jahr 2048 überfischt sein, wenn sich an den Fang-Praktiken nichts ändert.

Ein ökologisches Desaster für die Meere
Moderne Fischerei hat mit der romantischen Vorstellung des Fischers in seinem kleinen Kutter nichts mehr zu tun. Heute fängt man Fische mit gigantischen Netzen - in den größten Schleppnetzen finden bis zu 16 Jumbojets Platz. Diese werden mit Gewichten, die bis zu 5t wiegen können, über den Meeresgrund gezogen und plannieren alles nieder, was sich dort befindet; mit verheerenden Folgen für das ökologische Gleichgewicht und die Artenvielfalt der Meere.

Viele der gezüchteten Fischarten wie Garnelen und Lachse sind Fleischesser - so werden für jedes Kilogramm tellerfertigen Zuchtfisch 5 Kilogramm Meeresfische benötigt. Außerdem sind diese Aquafarmings im Grunde wenig anderes als Massentierhaltungsfabriken für Fische - mit all den negativen Erscheinungsformen für unsere Umwelt wie tonnenweise Ausscheidungen, massenweise Wasserverbrauch und Antibiotika im Futter - und nicht zu vergessen die unwürdigen Lebensbedingungen für die Fische.

Fischerei - Tödlich für den Beifang
Wenn Netze so groß sind, dass sie mehrere hundert Tonnen Fisch auf einmal fangen können, landet darin nicht nur der Fisch, den man essen kann und will. Berichten von Greenpeace zufolge sterben allein im Ärmelkanal jährlich 2.000 Delfine als Beifang. Der Tod im Netz wirkt sich zum Teil dramatisch auf die Population von Wal- und Hai-arten aus. Seesterne, Kraken, Krebse aber auch Korallen werden gefangen und tot zurück ins Meer geworfen. Fischer werfen eine Koralle, die als Beifang im Netz gelandet ist, wieder über Bord. Eine solche Koralle braucht etwa 500 Jahre um zu wachsen.

9. Weil Bio es nicht bringt
Die allermeisten Menschen sind der Ansicht, dass Tiere vor Tierquälerei geschützt werden sollten und sind gegen Massentierhaltung oder Tiertransporte. Auf das zunehmende Bewusstsein in der Bevölkerung für den Horror der Intensivtierhaltung reagieren Unternehmen, indem sie ihre Produkte mit Kennzeichnungen versehen, die beruhigende Begriffe wie "Bio", "Freilandhaltung", "artgerecht" oder "natürlich" tragen.

Diese Kennzeichnungen mögen Bilder von Tieren heraufbeschwören, die auf grünen Weiden frei herumlaufen, aber die Realität des Lebens und Sterbens diesen Tieren sieht ganz anders aus. Denn auch wenn diesen Tieren etwas mehr Bewegungsraum als in der konventionellen Nutztierwirtschaft zugestanden oder ihnen kein Tiermehl oder Antibiotikum verfüttert wird, bedeutet das noch lange kein Gewinn an Lebensqualität. Und auch das Ende des Lebens an der Melkmaschine oder in der Eierproduktion bestimmt der Profit: Gibt eine Bio-Kuh nicht mehr genug Milch oder ein Bio-Huhn genügend Eier um sich wirtschaftlich zu rechnen, wird es zum Schlachter transportiert. Hühner können in der Natur ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen - als Legehuhn wird es jedoch nicht älter als zwei Jahre.


10. Wundervolle Tiere
Schweine träumen und in ihrer Intelligenz vergleichbar sind mit dreijährigen Kindern und wesentlich schlauer und verspielter sind als Hunde? Hühner schneiden in Wahrnehmungstests so gut ab wie Katzen, Hunde und sogar einige Primaten. Wenn sie sich frei bewegen dürfen, bilden sie Beziehungen und kümmern sich um ihren Nachwuchs. Kühe sind sanftmütige, gefühlsbetonte, soziale Tiere mit facettenreicher Persönlichkeit, die starke Familiengefüge pflegen - wenn man sie ihr natürliches Leben führen lässt. Primatenforscher haben bei Affen ethische Verhaltensweisen entdeckt. Fische kommunizieren untereinander und mögen Berührungen. Es gibt Berichte von verliebten Meeressäugern.

Wenn ein Hund ausgeschimpft wird, dann ist er traurig und fühlt sich schlecht, wenn ihr ein Pferd ausschimpft, ist es beleidigt. Eine Katze reagiert eher trotzig und pinkelt aus Rache in euer Zimmer. Auch innerhalb einer Spezies gibt es Unterschiede und Eigenheiten: Einige Katzen sind verschmust, andere zurückhaltend, es gibt schlauere und weniger intelligente Individuen, genauso wie liebenswürdigere und gemeinere. Genau wie Menschen werden Tiere von ihrer Umwelt geprägt und entwickeln eine entsprechende, individuelle Persönlichkeit. Der größte Unterschied zwischen Nutztieren und Haustieren besteht darin, wie wir sie behandeln.





Gruppe: ANDERS ESSEN
Asli Kurt

Kommentare:

  1. 1. Es gibt Käse, der mit mikrobiellem Lab hergestellt wird, also nicht mit Lab aus Tiermägen.
    2. Ich finde, das gesundheitliche Argument ist nicht so leicht von der Hand zu weisen. Wie ist es etwa mit Vitamin B12, das als einziges Vitamin nur von Mikroorganismen hergestellt werden kann? Es widerstrebt mir, regelmäßig Tabletten einnehmen zu sollen.

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  2. Einen kleinen Text hier zu: Quelle ''Die gesündeste Ernährung'' eine ärztliche Analye und Bewertung von Dr. med. Ernst W. Henrich

    Vitamin B12 wird nur von Mikroorganismen (Bakterien) gebildet. Es findet sich vor allem in
    tierlichen Produkten wie Fleisch, insbesondere Innereien, Milch und Eiern. Bei einem Mangel
    an Vitamin B12 kann es zur Blutarmut (megaloblastäre Anämie) und zu neurologischen
    Störungen kommen. Hauptursachen für einen Vitamin B12 Mangel sind Störungen im
    Magen-Darm-Bereich, wodurch kaum oder kein Cobalamin resorbiert werden kann. Eine
    Ovo-lacto-vegetarische Ernährung versorgt den Organismus mit genügend Vitamin B12.
    Allerdings besteht bei der veganen Ernährung die Möglichkeit, dass zu wenig Vitamin B12
    aufgenommen wird. Früher dachte man, dass Meeresalgen und Tempeh gute Quellen für
    Vitamin B12 darstellen würden. Dies ist aber nicht so. In diesen Produkten sind sogenannte
    Vitamin-B12-Analoga (Doppelgänger) vorhanden, die in manchen Analyseverfahren das
    Vorhandensein von echtem, wirksamen Vitamin B12 vortäuschen. Nicht genug damit, sie
    können sogar die Resorption von echtem Vitamin B12 behindern. Auch wenn der Vitamin-
    B12-Vorrat im Körper für ungefähr 5 bis 10 Jahre ausreicht, ohne dass es zu
    Mangelerscheinungen kommt und manche Menschen eventuell das in ihrem Darm durch
    Bakterien gebildete Vitamin B12 resorbieren können und nicht gereinigtes Gemüse (mit B12
    bildenden Bakterien) eine kleine Quelle darstellen könnte, so ist aus ärztlicher Sicht auf
    jeden Fall bei einer veganen Ernährung eine zusätzliche Versorgung mit diesem
    Vitamin durch angereicherte Lebensmittel (Säfte, Frühstücksceralien, Sojamilch usw.)
    und / oder ein Vitamin-B12-Nahrungsergänzungspräparat aus Sicherheitsgründen
    notwenig. Alternativ dazu kommt nur eine regelmäßige Überprüfung der Vitamin-B12-
    Konzentration im Blut in Frage.
    Auch Allesesser sollten im höheren Alter (ab ca. 50 - 65 Jahren) auf eine zusätzliche Vitamin-
    B12-Zufuhr achten, weil mit zunehmendem Alter mit einer hohen Wahrscheinlichkeit
    aufgrund von Störungen im Magen-Darm-Bereich die Fähigkeit zur Vitamin-B12-Resorption
    abnimmt.

    Die Möglichkeit einer Unterversorgung mit Vitamin B12 wird ständig als das große
    Argument gegen eine vegane Ernährung von vermeintlichen „Experten“ angeführt. Wie fast
    alles im Leben hat auch die gesündeste Ernährung einen potenziellen Schwachpunkt, aber
    auch nur dann, wenn man nicht auf eine angemessene Vitamin-B12-Zufuhr achtet. Vergleicht
    man aber diesen kleinen, eventuellen Schwachpunkt mit den erwiesenen gesundheitlichen Gefahren durch den Verzehr von Fleisch, Milch, Eier und Fisch, so erkennt man sofort,
    wie unsinnig es wäre, wegen Vitamin B12 diese tierlichen Produkte zu essen. Es wäre nicht
    nur völlig unverhältnismäßig, es wäre ein Irrsinn, einen eventuellen Mangel an dem
    Vitamin B12, der noch nicht einmal sicher ist und leicht durch angereicherte
    Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel behoben werden kann, durch eine
    massive gesundheitliche Gefährdung durch Fleisch, Milch usw. ausgleichen zu wollen.
    Der Zusammenhang zwischen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen
    schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen ist durch viele wissenschaftliche Studien
    nachgewiesen. Die Belastung der Weltmeere durch Umweltschadstoffe und damit der Fische
    ebenfalls. Deshalb ist es aus gesundheitlichen Gründen nicht nur ratsam, sondern sogar
    geboten, diese tierlichen Produkte nicht zu verzehren. Das in diesem Fall eventuell fehlende
    Vitamin B12 ist ganz einfach mit angereicherten Nahrungsmitteln oder
    Nahrungsergänzungsmitteln zuzuführen.

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  3. PS: Wie kann man Käse hergestellt mit mirkrobiellem Lab akzeptieren, dann aber etwas gegen mikrobiell gewonnenes B12 haben, dass man nicht durch Pillen sondern auch durch andere angereicherte Produkte wie Soja-, Hafer-, Dinkelmilch, Sojajoghurts, Zahnpasta ... aufnehmen kann. Außerdem erscheint mir die massenfähige Alternative, immer noch Mitschuld am Mord von Tieren zu sein, als ethisch nicht vertretbar.

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    1. Verstehe auch nicht, wie mensch es besserfinden kann, ein Tier zu töten als ein Nahrungsergänzungsprodukt zu sich zu nehmen. Für Den mensch geht es um eine winzige Tablette (oder halt Soja- Hafer- Dinkelmilch etc.) und für das Tier geht es um sein Leben.

      Ich kann diese Diskussionen nicht verstehen, wo ist das Mitgefühl???
      Es kann einfach nicht sein, das Lebewesen für den völlig unnötigen Luxus von Menschen Sterben. Auch während ich das hier geschrieben habe, haben soooo viele Tiere die Hölle durchlebt.

      Für Schlachthäuser aus Glas!
      Speak for those who have no voice!

      Marius

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